Donnerstag, 14. Oktober 2010

Wo kommen die Dellen her ??

Nach langer Zeit habe ich mal wieder meine ganzen Pflegeprodukte durchgesehen.. Was habe ich noch? Was nutze ich noch ? Was kann weg? Da ist mir mal wieder aufgefallen wieviel Geld ich doch in diese ganzen blöden "Nie wieder Cellulite"-Cremes investiert habe. Da ist mir der Gedanke gekommen einfach mal nen Post über dieses leidliche weibliche Thema zu machen. Ich habe einige Bücher gewälzt und  das Internet durchforstet und nun bin ich schlauer - das ist ja ein unerschöpfliches Theam O_O.
80 Prozent der weiblichen Bevölkerung haben leider diese unschönen Dellen, den anderen 20 % möchte ich zwei Dinge sagen: 1. Glückwunsch und 2. ich hasse euch ;).

Aufbau der Haut (kurzer Einblick)

Die Haut setzt sich aus mehreren Schichten zusammen, der Oberhaut, der Leder- sowie der Unterhaut.


1. Die Oberhaut
Sie ist die äußerste Hülle des Körpers - sie ist an vielen Stellen nur 0,1 Millimeter dick – so dünn wie ein Blatt Papier. Talg- und Schweißdrüsen versorgen die Haut unentwegt mit einer Mischung aus Wasser und Fett , um sie geschmeidig zu halten.

2. Die Lederhaut
Unter der hauchdünnen Oberhaut liegt die wesentlich kräftigere Lederhaut. Obwohl sie sehr robust sein muss, ist sie gleichzeitig sehr geschmeidig. Für ihre hohe Elastizität sorgt ein Netzwerk aus Kollagenfasern, das die Lederhaut in alle Richtungen durchzieht. Ebenfalls in der Lederhaut befinden sich Tausende von Nervenfasern. 

3. Die Unterhaut
Die Unterhaut besteht vor allem aus Fettgewebe, das als Kälteschutz und Energiespeicher dient. Die Fettzellen sind in ein lockeres Bindegewebsnetz eingebettet. Sie wird von den größeren Nervensträngen und Blutgefäßen durchzogen. Hier sitzen auch Talg- und Schweißdrüsen, die den Schutzfilm für die Oberhaut produzieren.


Wie entsteht Cellulite?


Dass die Cellulite gemeinerweise fast ausschließlich uns Frauen betrifft, liegt am speziellen Aufbau unserer Haut und an deren Reaktion auf die weiblichen Hormone: Die Lederhaut von Frauen ist elastischer und viel weniger derb als jene der Männer. In der Unterhaut finden sich vermehrt Fettzellen. Kollagenfasern, die dort für Reißfestigkeit sorgen, lagern sich bei Frauen parallel nebeneinander, während sie bei Männern netzartig ineinander verwoben sind. Dadurch können sich wachsende Fettzellen zwischen den Kollagenfasern hindurchzwängen und werden an der Oberfläche sichtbar. So entsteht die noppige Struktur an den betroffenen Flächen. Die Erhebungen der Orangenhaut sind also eigentlich nichts weiter als riesige Fettzellen, die vom Bindegewebe nicht mehr in der Unterhaut festgehalten werden konnten. Das weibliche Hormon Östrogen ist dafür verantwortlich, dass Frauen ihr Depotfett bevorzugt an Schenkeln und Po ablagern. Hat sich die Cellulite erst einmal entwickelt, kommen Stoffwechselprobleme hinzu und verschlimmern die Situation noch: Aufgeblähte Fettzellen behindern den Abfluss von Lymphe und Blut, wodurch Wasser in das umliegende Gewebe abgepresst wird. Ergebnis: Die Haut ringsherum schwillt zusätzlich an. Die gleichen Vorgänge sorgen auch dafür, dass die weibliche Haut viel zarter ist, extreme Formveränderungen wie bei einer Schwangerschaft leichter wegsteckt und sich aufgrund des vermehrten Unterhautfettgewebes viel weicher anfühlt als die der Männer.
Ist ja schön und gut, aber ich könnte trotzdem sehr gern drauf verzichten :)


Wodurch wird Cellulite begünstigt?
Veranlagung spielt leider eine große Rolle. Eine schwache Bindehautstruktur ist erblich und wesentliche Voraussetzung für das Phänomen. Eine weitere Ursache: Übergewicht. Je mehr Fett in den Lipozyten  (fettspeichernde Zellen) gespeichert ist, desto deutlicher treten diese hervor. Eine falsche Ernährung mit zu viel Fett steckt häufig dahinter.
Bewegungsmangel führt dazu, dass die Muskelmasse geringer und durch Fettgewebe ersetzt wird. Gleichzeitig verschlechtert sich die Durchblutung. Rauchen ist gleich doppelt an der Entstehung von Cellulite beteiligt: Nikotin verengt zum einen die Blutgefäße der Haut, was den Stoffwechsel in diesen Regionen drosselt, zum anderen wird direkt die Kollagenstruktur des Bindegewebes geschädigt.
Fachleute diskutieren, ob sich zusätzliche Hormone wie die Anti-Baby-Pille fördernd auf die Entwicklung von Cellulite auswirken. Erwiesen ist das bislang aber nicht.


Was kann man gegen Cellulite tun?
Gut, ich will hier mal Klartext reden: wer einmal Cellulite hat, wird sie nie 100%ig los. Das Hautbild lässt sich  aber durch bestimmte Dinge verbessern.

1. Abnehmen
Wer an Übergewicht leidet sollte abnehmen. Dies ist leider die einzig effektive Methode, um aufgeblähte Fettzellen zu verkleinern. Radikaldiäten sind aber zu vermeiden! Allzu schnelle Gewichtsabnahme endet meist mit dem berüchtigten Jojo-Effekt, der die Kilos nach einer Hungerkur schnell wieder ansteigen lässt. Eure Haut nimmt das Auf und Ab dabei ziemlich übel und rächt sich mit noch mehr Cellulite.

2. regelmäßige Bewegung
Wenn die Muskeln an Oberschenkel und Po durch regelmäßigen Sport gestärkt werden, sieht alles gleich ganz anders aus. Der Stoffwechsel kommt dann auch in den Problembereichen wieder in Schwung. Kohlenhydrate und Fett werden verbrannt statt gespeichert - auch dann, wenn gerade nicht trainiert wird. Faule Fettzellen verbrauchen im Ruhezustand so gut wie keine Energie, Muskelzellen dagegen schon.

3. Wechselduschen
Dies wirkt unterstützend, da sie sich anregend auf die Durchblutung der Haut auswirken. Wechselduschen über mindestens drei Minuten mit jeweils drei Kalt- und Warmdurchgängen sowie Massagen mit einem Massagehandschuh oder einer Bürste straffen das Gewebe. Massagen kurbeln die Durchblutung an, dabei werden anstaute Schlacken und Wasser besser abtransportiert. Wie beim Sport kommt es auch dabei auf die Regelmäßigkeit an. Also entweder jeden Tag oder mindestens jeden zweiten durchführen - das kostet Überwindung, ich weiß wovon ich rede.

4. viel Trinken
Täglich sollte man 2 - 3 Liter Wasser zu sich nehmen - dies hält einserseits den Stoffwechsel in Gang und anderseits wirkt durch einen ausgeglichenen Flüssigkeitsgehalt die Haut praller und gesünder.

5. Aufhören zu rauchen
Leichter gesagt, als getan


Warum helfen die überall angepriesenen Cremes nicht?
Dermatologen bezweifeln vor allem, dass die verschiedenen Wirkstoffe wie Efeu, Silizium, Ginkgo oder Fruchtsäuren überhaupt bis in jene Schicht gelangen, in der sie eigentlich wirken sollten - nämlich in der Unterhaut. Für Cremes, Gels und Salben ist aber schon nach wenigen Millimetern Schluss. Gleiches gilt für Packungen und Bäder mit Algen- oder Mineralzusätzen. Diese mögen die Haut zwar äußerlich pflegen, gegen die Orangenhaut richten sie aber nichts aus. Innerlich anzuwendende Mixturen, Pulver, Tees und Tabletten sind - was die Cellulite betrifft - ebenfalls unwirksam.
Aber die Experten sind sich einig, dass die Cremes zumindest eine psychologische Wirkung haben. Cellulitecremes und- peelings glätten die Haut und lassen sich optisch straffer erscheinen. Daher glaubt man, dass das Zeug wirkt.. Hoch lebe der Placebo-Effekt.


Letzter Ausweg - ab unters Messer?
Am häufigsten kommen verschiedene Arten der Fettabsaugung zur Anwendung. Dadurch verschwindet ein erheblicher Teil des Depotfetts von den Hüften. Die Körpersilhouette wird zwar sichtbar schmaler, Dellen und Erhebungen einer Orangenhaut aber bleiben. Wenn sehr große Fettmengen abgesaugt werden, kann zusätzlich eine Straffung der erschlafften Haut nötig werden.
Ein weniger belastendes Verfahren ist die Zellulipolyse. Zwischen zwei in die Haut eingestochenen Nadeln soll ein elektrisches Spannungsfeld Unterhautfett in seine Bestandteile zerlegen. Diese werden dann  einfach über den Darm ausgeschieden: Diese Methode zeigt bei 70 bis 80 Prozent der Frauen Wirkung, allerdings erst nach einer dreimonatigen Behandlungsdauer mit wöchentlichen Sitzungen. Nur speziell ausgebildete Ärzte sollten dieses Verfahren durchführen.


So, ich glaub das ist mein bisher längster Blogeintrag. Zumindest isses der, an dem ich am längsten gesessen habe. Ich hoffe ihr fandet es halbwegs interessant und habt euch nicht allzusehr gelangweilt. Unterrichtsstunde ist beendet, ihr dürft auf den Schulhof und wehe ich erwische einen beim Rauchen hinter der Sporthalle :).

Habt ihr irgendwelche Geheimtipps oder Hausmittel gegen Gottes Rache an den Frauen ??

Kommentare:

  1. Ich glaube immernoch, dass das allerbste Mittel gegen Cellulite ist einfach, sich nicht all zu sehr drüber zu ärgern. Wie du schon geschrieben hast, 80% der Frauenwelt leiden drunter, also brauchen wir wohl keine Komplexe zu haben. (:

    Sich gesund zu ernähren und ein bisschen Sport zu machen, ist ja generell angebracht, (ich bin auch ein bisschen pummelig und mache weniger als gar keinen Sport, schreiben ist ja immer leichter als mit gutem Beispiel vorrangehen ). die Cellulite ist für mich allerdings der letzte Ansporn, daran was zu ändern.
    Außerdem hat mir meine Mama sozusagen ein Suprisepack an schwachem Bindegwebe vererbt.
    Wat willse machen?

    Ich seh mich doch eh nicht von hinten.. also :D

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  2. Supi ich gehör zu den 80%
    Geht´s denn auch so:
    2 Zigaretten am Tag weniger=2 Beulen am Po weniger? *g* Dann würde ich auch weniger rauchen...
    Ausserdem sehe ich das so wie Ninette: Ich seh mich ja nicht von hinten *g*. Und ich möchte Gott dafür danken :D
    Ich habe mich da auch schon oft drüber geärgert, habe auch viele Cremes und Co. versucht und ich konnte nie feststellen, dass sich was getan hat. Also habe ich mich entschlossen damit zu leben, was anderes wird mir auch nicht übrig bleiben.

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  3. Ich glaube nicht, dass es irgendeine Geheimwaffe gibt gegen Cellulite... ich kenne auch Mädels, die dagegen Cremes benutzen, aber ich muss immer schmunzeln, wenn ich sehe, wie sie dafür Geld ausgeben. Ich habe genetisch veranlagt bereits eine sehr dicke Haut, man sieht kaum Venen, und Falten werde ich bestimmt auch nie bekommen... wenn ich nach meiner Mutter komme zumindest. Da hängt nur die Gesichtshaut, aber es faltet sich nichts ;))

    Und trotz meiner komischen Hautstruktuur habe ich auch Dellen am Po, und ich finde es ist normal! Selbst dünne Frauen haben es (nicht suuuuuuuperdürr, an denen sieht man ja nur noch die Haut über die Knochen gespannt) und ich finde es entspannend normal! Ich habe noch nie Cremes dagegen verwendet und werde es nie tun :)

    Das ist eins der Probleme, die mich noch nie großartig gestört haben. Da gehört schon eher das Muffin Top dazu oder die Wabbelarme ;))

    Kuuuuuss

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  4. Ich gehöre auch zu denen, die diese Dellen haben und mich störts nicht allzusehr. Mich nerven eher diese genetisch vererbten Dehnungstreifen. Sieht unschön aus. ;)
    Aber so ausgeprägt sind meine Dellen jetzt nicht. Ich trinke ja viel Wasser und laufe auch ziemlich viel auf der Arbeit rum, was ja auch irgendwo ein gutes Training für Oberschenkel und Po ist. Zusätzlich benutze ich die Balea Cellulite Sachen und ich konnte bisher eine positive Veränderung sehn. Die Dehnungtreifen sind nicht mehr so deutlich zu erkennen, nur wenn man ganz genau hinguckt. Ich selbst seh das ja mehr, als jemand anders, aber ich muss zugeben, oder bilde mir ein, dass die Balea-Sachen eine gute Wirkung haben - bei mir zumindest. ;)

    Sehr, sehr guter Artikel!! Finde ich super!! :))

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  5. Huhu,
    Ich habe noch kein Problem mit Cellulite,aber ich kenne schon einen kleinen Helfer:

    Kaffee! Nicht zum trinken,sondern:
    Einfach das braune Zeug,das in der Kaffeemaschine übrig bleibt,wie ein Peeling benutzen. Vorausgesetzt man hat eine ;)
    Also auf die Beine schmieren (dabei sollte das Zeug am Besten noch warm sein,kalt ist es aber auch kein Problem)und das Ganze schön eimassieren.
    (Betonung liegt auf MASSIEREN) :)

    Das meinerseits ;)
    Den Post finde ich übrigens auch echt mal cool,das ist mal was neues Neues ;)

    Liebe Grüße :]

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  6. ganz toller post und trotz der länge super schnell zu lesen, weil dus echt gut geschriebn und zusammengefasst hast!
    bekommen wir in zukunft noch mehr solcher info-posts von dir?
    wenn dir ideen fehlen: ich abe da so meine schwierigkeiten mit kurvendiskusion in der mathematik.. xD
    lg =)

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